
Die TK Hannover Luchse haben am 8. Spieltag der Toyota DBBL eindrucksvoll gezeigt, wofür sie stehen: Teamgeist, Mut und der unerschütterliche Glaube daran, gemeinsam alles schaffen zu können. In einer bis auf den letzten Platz gefüllten Otfried-Preußler-Schule feierte das Team ein spektakuläres 77:71-Comeback gegen Alba Berlin – und verwandelte einen fast aussichtslosen Rückstand in einen der emotionalsten Abende der Saison.
Schon vor Spielbeginn lag eine besondere Energie in der Halle. Die Red Stars Cheerleader präsentierten ihre WM-Kür und lösten großen Beifall aus. Gemeinsam mit ihnen sammelt der TKH aktuell Spenden, damit die Mannschaft den Traum von der Weltmeisterschaft in Japan realisieren kann. Ein weiterer Moment, der zeigt, wie eng Gemeinschaft, Sport und Engagement in Hannover miteinander verbunden sind.
Auf dem Feld legten die Luchse mit viel Tempo los. Lashae Dwyer eröffnete früh das Spiel, Alyssa Brown setzte starke Akzente in der Zone und Rowie Jongeling zeigte einmal mehr ihre Präsenz unter dem Korb. Mit einer 24:16-Führung ging es in die erste Pause. Doch Berlin blieb hartnäckig und nutzte in der Folge kleine Fehler der Luchse konsequent aus. Das Spiel wurde intensiver, körperlicher und hektischer. Bis zur Halbzeit blieb es eng 39:38 für Hannover.
Im dritten Viertel rutschten die Luchse dann in eine schwierige Phase. Verlorene Rebounds, unpräzise Abschlüsse und schnelle Punkte der Gäste ließen den Rückstand anwachsen. Vor dem Schlussabschnitt stand es 50:58, wenig später gar 54:67 sechs Minuten vor Schluss. Die meisten hätten das Spiel an diesem Punkt abgeschrieben.
Aber nicht dieses Team. Nicht diese Luchse.
Was folgte, war eine beeindruckende Demonstration von Herz, Wille und Zusammenhalt. Lashae Dwyer übernahm Verantwortung, traf schwierige Würfe und setzte immer wieder Zeichen. Kolbrun Armannsdottir stellte mit zwei Dreiern die Halle auf den Kopf, Alyssa Brown zeigte in der Crunchtime ihre ganze Klasse und plötzlich war Hannover wieder da. Die Energie kippte komplett. Alba wurde nervös, die Luchse immer stärker. Als Dwyer und Brown schließlich ausglichen und dann die Führung übernehmen konnten, bebte die Halle. Der Schlusspunkt von Brown besiegelte ein Comeback, das selbst in der langen Geschichte des TKH herausragt.
Headcoach Jesper Sundberg zeigte sich nach Abpfiff begeistert: „Wir waren am Boden und wie die Mannschaft dann zurückkommt, ist großartig.“ Auch Geschäftsführer Thorben Steguweit fand klare Worte: „Ein geileres Spiel hab ich noch nie gesehen.“ Und Teammanagerin Dorothea Horstmann-Richter erinnerte daran, worum es uns geht: „Basketball ist so wundervoll.“
Dieses Spiel war mehr als ein Sieg. Es war ein Moment, der zeigt, wofür die Luchse stehen: für Vorbilder, für Bewegung, für Perspektiven. Für Mädchen und Frauen, die sehen sollen, dass alles möglich ist.
Für Hannover punkteten: Dwyer 32, Brown 12, Armannsdottir 11, Hjern 10, Jongeling 5, Manala 4, Kambach 2 und Banko 1.
Weiter geht’s für die Luchse am kommenden Samstag beim BC Marburg (19 Uhr). Am 3. Dezember folgt das Pokal-Achtelfinale bei Meister Stars Keltern – und damit die nächste Chance, Geschichte zu schreiben.