
Ein intensives erstes Heimspiel mit viel Kampfgeist, Spannung und einer Entscheidung in der Overtime liegt hinter den TK Hannover Luchsen. Am Sonntagnachmittag empfing das Team von Headcoach Jesper Sundberg die Eigner Angels Nördlingen in der Sporthalle Birkenstraße. Nach einem starken Start und einer über weite Strecken kontrollierten Partie mussten sich die Luchse am Ende knapp mit 92:94 geschlagen geben.
Die Luchse starteten konzentriert in die Begegnung und fanden von Beginn an gut ins Spiel. Besonders offensiv lief vieles nach Plan. Mit einer starken Trefferquote aus der Distanz und gutem Zusammenspiel gelang es den Hannoveranerinnen, früh die Führung zu übernehmen. Nördlingen versuchte dagegenzuhalten, doch die Luchse ließen sich zunächst nicht aus dem Rhythmus bringen und entschieden das erste Viertel mit 28:20 für sich.
Auch im zweiten Viertel knüpften die Gastgeberinnen an ihre gute Leistung an. Zwar fanden die Gäste zunehmend besser ins Spiel, doch Hannover hielt das Tempo hoch und konnte den Vorsprung weiter ausbauen. Besonders von der Dreierlinie zeigten sich die Luchse treffsicher und verwandelten bis zur Halbzeit neun ihrer 13 Versuche. Mit einer verdienten 51:41-Führung ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zunehmend körperlicher. Nördlingen erhöhte den Druck und machte es den Luchsen schwerer, ihren gewohnten Rhythmus beizubehalten. Kleine Unsicherheiten und Ballverluste auf Hannoveraner Seite ermöglichten es den Gästen, den Rückstand Stück für Stück zu verkürzen. Die Luchse hielten dagegen, konnten jedoch nicht mehr ganz an die starke erste Halbzeit anknüpfen. Mit einer knappen 65:61-Führung ging es in das letzte Viertel.
Die letzten zehn Minuten hatten es noch einmal in sich. Nördlingen nutzte die Fehler der Luchse konsequent aus und kämpfte sich immer weiter heran. Die Partie, die Hannover lange Zeit im Griff hatte, entwickelte sich zunehmend zu einem offenen Schlagabtausch. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften um jeden Ball. Trotz großem Einsatz gelang es den Luchsen nicht, sich erneut abzusetzen. Nach 40 Minuten stand es 83:83 und damit war klar: Die Entscheidung musste in der Overtime fallen.
Auch in den zusätzlichen fünf Minuten blieb es spannend und körperbetont. Jeder Ballbesitz zählte und beide Mannschaften kämpften bis zum Schluss um den Sieg. Die Luchse versuchten noch einmal alles, doch in den entscheidenden Situationen waren es die Gäste, die die kleinen Unsicherheiten auf Hannoveraner Seite besser für sich nutzen konnten. Nördlingen behielt knapp die Oberhand und entschied die Overtime mit 11:9 für sich. Am Ende mussten sich die Luchse mit 92:94 geschlagen geben.
Offensiv überzeugten vor allem Nora Francois, Lia Kentzler und Alyssa Brown mit jeweils 16 Punkten. Meret Kleine-Beek steuerte 14 Punkte bei, während Prencis Harden mit 13 Punkten ebenfalls zweistellig punktete.
Auch wenn es am Ende nicht für den ersten Heimsieg gereicht hat, zeigte die Mannschaft besonders in der ersten Halbzeit, welches Potenzial in ihr steckt. Zwölf erfolgreiche Dreipunktewürfe und eine Trefferquote von 60 Prozent aus der Distanz unterstrichen die offensive Stärke der Luchse. Gleichzeitig machten die 28 Ballverluste deutlich, wie entscheidend kleine Fehler in einer so engen Partie sein können.
Nach der zweiten knappen Niederlage zum Saisonauftakt heißt es nun, die positiven Momente mitzunehmen und weiter an den eigenen Unsicherheiten zu arbeiten. Die Luchse haben gezeigt, dass sie das Spiel über weite Strecken kontrollieren können. Jetzt gilt es, diese Leistung auch in den entscheidenden Phasen auf das Parkett zu bringen und sich für den Einsatz zu belohnen. Der Blick richtet sich nach vorne auf die nächste Herausforderung und die nächste Chance, den ersten Saisonsieg einzufahren.
